Archiv der Kategorie: Theologie & Kirche

Social Media sind für die Kirchen gemacht


Ich habe kurz den Artikel „Social Media are made for Church“ (englischer Artikel) ins Deutsche übersetzt, weil ich denke, dass er etwas Wichtiges betont: Social Media bringen das, was Glaubensgemeinschaften schon immer gemacht haben, voran.

Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de


Hier meine (verkürzte) Übersetzung:

1. Technologie beschleunigt. Es gibt kaum Technologien in der Menschheitsgeschichte, die verlangsamt hätten.
2. Social Media sind besser geeignet, Gemeinschaft auszudrücken (express) als zu kreieren (create).
Sie bringen unsere Fähigkeit voran, uns mit bestehenden Communities zu verbinden, diese zu kommunizieren und (mit-)zu teilen.

Social Media bieten für Kirchen und religiöse Gemeinschaften viele Werkzeuge, um die Gemeinschaften, die in Orden, Pfarren Synagogen oder Moscheen bereits gepflegt werden, zu kommunizieren (express) und zu teilen (share). Menschen in Glaubensgemeinschaften machen auf einer normalen Basis all das schon, was soziale Netzwerke beschleunigen und verbreiten:
Menschen verbinden, sich kennen- und verstehen lernen, miteinander intergaieren und am eigenen Leben teilhaben lassen.

Manche denken vielleicht: Warum öffentlich? Ist Glaube nicht Privatsache? Ja und nein.
Im Unterschied zu manchem, das man wirklich nur mit wenigen Menschen teilt, gibt es auch Dinge, die sollte eine Kirchengemeinschaft mit so viel als möglich anderen Menschen teilen wollen, weil sie zur Teilnahme an dem einladen, was gut ist.

Social Media Werkzeuge und Netzwerke bieten Glaubensgemeinschaften die Möglichkeit, Einblicke in das engagierte Gemeinschaftsleben zu geben. Um andere einzuladen werden auch ohne Social Media Zeit und Ressourcen eingesetzt.

Können Social Media den natürlichen Prozess der Gemeinschaftspflege voranbringen?

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UTZ CERTIFIED – ein guter Schritt oder der Versuch, Fairtrade- und Biostandards zu unterlaufen?

Dumdidldu oder die Kraft der Poesie

Weltkirche, das bin auch ich. Was fehlt, ist der Mut.


Die Bekanntgabe der kirchlichen Statistik 2010 heute Vormittag und die vergleichsweise hohe Anzahl der Austritte aus der Katholischen Kirche sind gerade Anlass für viele Medien, über die Kirche nachzudenken.

Kardinal Christoph Schönborn war live aus Rom zu Gast in der ZIB2. Von Armin Wolf angesprochen auf die sogenannten „Reformthemen“ (Zölibat, wiederverheiratete Geschiedene) sagte er sinngemäß, dass diese nicht in Österreich zu lösen seien, sondern auf der Ebene der Weltkirche. Da muss schon die Frage gestellt werden, wer die Weltkirche denn sei. Der Papst? Die Kardinäle? Die Bischöfe? Oder alle KatholikInnen zusammen?

Wenn Schönborn die These vertritt, dass man kirchliche Reformen nicht in Österreich angehen kann, dann sagt er damit implizit, dass die Weltkirche der Papst ist. Denn schließlich ist er Kardinal und gehört damit der obersten Etage der kirchlichen Hierarchie an. In der Position eines Kardinals könnte Schönborn sehr wohl laut und deutlich mitreden, was kirchliche Reformen und Richtungsentscheidungen angeht. Es muss also gefolgert werden, dass entweder die Einsicht fehlt, dass Reformen notwendig sind, oder der Mut, diese zu vertreten und einzufordern. Angenommen, die Einsicht ist da, dann muss ich als Katholik sagen: Nehmen sie ihre Verantwortung wahr, Herr Kardinal! Es geht nicht um Austritte und Eintritte. Aber sich an den Reformthemen vorbeizureden durch den Bezug auf „die entscheidenden Fragen des Menschen“ ist feige. Frauen wollen nicht länger von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen sein. Priester wollen nicht mehr zum Zölibat gezwungen werden. Ehepaare, denen die gemeinsame Basis verlorengegangen ist, wollen nicht mehr als KatholikInnen zweiter Klasse behandelt werden. Und schon gar nicht wollen alle diese Menschen mit Verweis auf „den Willen Gottes“ oder „die Bibel“ oder „Jesus“ abgespeist werden. Denn der Gott, an den diese Menschen glauben, an den ich glaube, ist menschenfreundlich, er ist kein Mann, und er ist auf der Seite derer, die gering geschätzt, abgespeist und klein gehalten werden.

Weltkirche, das sind alle KatholikInnen, weltweit. Weltkirche, das bin auch ich.

Sternsingen 2011


Alle Infos zur diesjährigen Dreikönigsaktion finden sie auf der Seite der Katholischen Jungschar unter www.dka.at

Am Dürnberg in Ottensheim unterwegs: Christa Mitter, Katharina und Andreas Fürlinger

Heute waren wir zu dritt wieder einmal in Ottensheim am Dürnberg unterwegs als die „Heiligen Drei Könige“. Viele Jahre gehen wir nun schon als Erwachsenengruppe, um Geld für das Hilfswerk der Katholischen Jungschar zu sammeln, das für wichtige Projekte rund um den Globus verwendet wird. Ich kann es mir als junger Mensch, der sich gerade eine Existenz aufbauen will, nicht leisten, selbst große Spenden zu geben. Freie Zeit setze ich hingegen gerne ein für Menschen, die materiell wenig haben. Unser Gehen sehe ich auch als Einsatz gegen das Unrecht der weltweiten Armut. Gerade jetzt, wo die Bundesregierung die wenigen Mittel, die sie bisher für Entwicklungszusammenarbeit ausgegeben hat, drastisch gekürzt hat, ist das wichtiger denn je.

Herr Kleux und die Weihnachtsaktion


Herr Kleux ist ein guter Mensch. Er wohnt in der Tannengasse 13a im zweiten Stock in der Wohnung 7. Schon seit 14 Jahren mittlerweile. Er ist Junggeselle aus Überzeugung und investiert deshalb ziemlich viel Zeit in seinen Beruf als Redakteur bei der Regionalzeitung, dem „Stadtkurier“. Leitender Redakteur ist er mittlerweile. Vor zwei Jahren hat er seinen Vorgänger, der zur Konkurrenz gegangen ist, abgelöst.

Zu Beginn der Weihnachtszeit hat sich Herr Kleux dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Er will Herrn Rogel seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen: Ein Auftritt des stadtbekannten Schulchores in seiner Wohnung.
Schon seit eineinhalb Jahren ist Herr Kleux auf Twitter mit Herrn Rogel befreundet, der in derselben Stadt lebt. Über dieses soziale Nachrichten-Medium organisiert sich Herr Rogel sein Leben. Da er ein Pflegefall ist, kommt er selten aus seiner Wohnung raus. Frau B. erledigt die Einkäufe für ihn, Herr S. kümmert sich um die Post, Frau M. schupft den Haushalt. Und noch einige andere helfen Herrn Rogel, sein Leben zu meistern.

Herr Kleux will dieses soziale Projekt zur diesjährigen Weihnachtsaktion der Regionalzeitung machen. In den Redaktionssitzungen Anfang Dezember stellt er seine Idee vor und bittet einen Mitarbeiter, persönlichen Kontakt mit Herrn Rogel aufzunehmen und ein erstes Interview mit ihm zu machen. Mitte Dezember ist Herr Rogel auf der Titelseite des Stadtkuriers zu sehen. Daneben ein Bild des Schulchores, den er bei jedem Auftritt im Radio gehört hat. Sein Wunsch soll also wirklich in Erfüllung gehen. Am 24. Dezember wird „sein“ Chor bei ihm in der Wohnung singen. Herr Kleux ist glücklich, dass er etwas Gutes in die Wege geleitet hat. Und für die Zeitung ist es auch gut. Neben Sex, Kriminalität und Haustieren steigern auch soziale Aktionen die Leserzahlen.

Es ist der 22. Dezember und Herr Kleux ist mehr als gestresst. Werbekunden, die lästig sind, die Zustellung der Zeitung hinkt, weil viel Schnee gefallen ist die letzten Tage. Verärgerte Kunden am Telefon, der Posteingang seiner Emails quillt über. Herr Kleux ist eine ruhige Person, aber mittlerweile freut er sich auf den 24. Dezember, denn um 18 Uhr wird er die Redaktion verlassen und nichts mehr von der Zeitung wissen wollen. Da wird er dann auf Facebook und Twitter allen Freunden noch frohe Weihnachten wünschen. Bei Herrn Rogel will er sich dann am 25. Dezember via Twitter erkundigen, wie er den Besuch des Schulchores erlebt hat. Denn um 19 Uhr will er am Heiligen Abend nicht mehr im Dienst sein.

Nun ist er also da, der Heilige Abend. Alles ist sich für Herrn Kleux ausgegangen. Werbekunden sind zufrieden, die Leser auch, die Mitarbeiter durften um 16 Uhr nach Hause. Um 18 Uhr geht auch er als letzter aus der Redaktion. Es ist schon ziemlich ruhig in den Straßen der Stadt. Dunkelheit, Weihnachtsbeleuchtung und Christbäume zieren die Plätze und Häuser. Als Junggeselle will er diesen Heiligen Abend Essen gehen. Noch kurz in die Wohnung, um zu duschen und in einen feinen Anzug zu schlüpfen. Eile hat Herr Kleux heute nicht. Er schlendert den Weg von der Redaktion zur Tannengasse nach Hause. Heute geht er zu Fuß. Kurz vor 19 Uhr öffnet er den Hauseingang, geht die Treppe hoch in den zweiten Stock und schließt seine Wohnungstür auf und hinter sich zu. In der Nebenwohnung dürfte sich die Großfamilie angesagt haben, denn es ist ziemlich laut, es wird gelacht und geredet. Was genau, hört Herr Kleux nicht, obwohl die Wände dünn sind.

Plötzlich ist es vollkommen still in der Nachbarwohnung. Weihnachtliche Lieder erklingen, Herr Kleux versucht sich zu erinnern, weshalb ihm die Musik so vertraut ist. Ja, das hat er im Advent mehrmals im Radio gehört. Das ist… Das ist doch der bekannte Schulchor aus der Stadt. Jetzt wird Herrn Kleux etwas flau im Magen. Sein Nachbar? Herr Rogel wird doch nicht…

Herr Kleux schaltet den Computer ein, steigt ins Internet ein. Twitter, Herr Rogel. Tannengasse 13a/8 hat dieser als Adresse öffentlich angegeben. Das hat Herr Kleux bisher überlesen in den eifrigen Konversationen im Netz. Er wartet unentspannt auf das letzte Lied des Chores, hört wie wieder geredet wird. Im Treppenhaus vor seiner Tür wird es etwas lauter, die Schülerinnen und Schüler gehen die Stiegen runter. Es wird leiser, der letzte Schüler lässt die Haustür ins Schloss fallen. Nun traut sich auch Herr Kleux auf den Gang. Er geht zu seinem Wohnungsnachbarn und läutet. Es surrt. Die Tür geht auf und Herr Kleux tritt in die Wohnung, in der er noch nie gewesen ist. Alte Möbel, aber alles stilvoll. „Kommen sie näher“, sagt der Mann im Bett zum Chef der Stadtzeitung. „Wollen wir uns eine Pizza bestellen und zusammen essen? Ich war gespannt, ob sie’s rauskriegen, dass ich ihr Nachbar bin.“ Er lächelt. Da laufen dem Herrn Kleux die Tränen über die Wangen. „Es ist mir so peinlich, Herr Rogel. Bitte entschuldigen sie, Herr Rogel. Wie kann man nur so blind sein? Ich bin seit 14 Jahren ihr Nachbar und noch nie habe ich angeklopft. Es ist mir so peinlich.“
„Bestellen sie uns eine Pizza? Und vielleicht ein Fläschchen Rotwein?“
„Das machen wir“, lächelt nun auch Herr Kleux.
Es ist Heiliger Abend. Es ist Weihnachten.

Eine Weihnachtsgeschichte von Andreas Fürlinger

Hinaus ins Leben – Ein halbes Jahr Freiwilligkeit in Indien


Hinaus ins Leben – Ein halbes Jahr Freiwilligkeit in Andhra Pradesh / Indien

Heute Abend war ich im Pfarrsaal Ottensheim bei einem Bildvortrag der jungen Ottensheimerin Theresa Baumgartner, die von Okotber 2008 bis März 2009 im Waisenhaus „Daddy’s Home“ in Andhra Pradesh, Indien, ein paar Monate ihres Lebens verbrachte. In diesem Haus, dem eine Schule angeschlossen ist, finden verstoßene Kinder oder Alte, Straßenkinder, HIV-Kranke und andere, die es in der indischen Gesellschaft schwer haben, Zuflucht und eine neue, sehr große Familie.

Viele Bilder und Textfolien, die Theresa’s Aufenthalt dokumentierten, haben mich tief berührt. Nicht, weil ich noch nie gesehen hatte, wie einfach, ärmlich und trotzdem freudig Menschen leben. Sondern deshalb, weil ich einige zwar nicht neue, aber dennoch vertiefende Erkenntnisse aus diesem Vortrag ziehen konnte:

In diesem Waisenhaus leben Hindus, Christen und Moslems problemlos zusammen. Es werden katholische Messen und ebenso hinduistische bzw. muslimische Feste gefeiert. Wenn ich an die Situation in Europa denke, wo Pseudo-ChristInnen gegen die drohende Gefahr, die von anderen Kulturen und Religionen ausgehe, hetzerische Kampagnen betreiben, dann denke ich mir: Von den einfachen und armen Menschen könnten wir lernen, denn für diese Menschen in Indien zählt nur eines: eine große Familie zu sein, in der jede und jeder seinen Teil dazu beiträgt, dass alles gut läuft.

Die Kluft von Arm und Reich ist in diesem ländlichen Gebiet Indiens sehr kontrastreich und deutlich. Unmittelbar nebeneinander existieren Menschen, die in großen Villen und andererseits in Zelt-Hütten leben. Das Kastenwesen des Hinduismus trägt dazu nicht unwesentlich bei und verhindert praktisch die Aufweichung der gesellschaftlichen Schranken, die es gibt.
Ohne etwas schwarz zu reden: Die Kluft zwischen Armen und Reichen wächst auch in den wohlhabenden Staaten Europas, nicht zuletzt in Österreich. Hier ist es nicht das Kastenwesen als wesentlicher „Stabilisierungs“-Faktor der gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern die Politik, die die Aushöhlung der sozialen Standards verantwortet, die die Generationen nach dem zweiten Weltkrieg mit viel Fleiß und durch politisches Verantwortungsbewusstsein geschaffen haben. Dass wir schon eine gute Zeit lang weit weg von wirklichem Verantwortungsbewusstsein in der Politik leben, machen nicht zuletzt die Krisen der letzten Zeit deutlich.

In diesem Weisenhaus in Indien konnte sich Theresa nicht per Englisch mit den BewohnerInnen verständigen, weil deren Englisch-Kenntnisse nicht ausreichten. Also verständigten sie sich mit Händen und Füßen.
Wenn bei uns jemand nicht Deutsch kann, kann er oft damit rechnen, auf irgend eine Weise diskriminiert zu werden. Die christliche Sicht auf die Menschen als Kinder Gottes und somit als Schwestern und Brüder könnten wir sicher vertiefen. Denn dieser Blick macht deutlich, dass alle Hervortuerei wichtiger Menschen letztlich lächerlich ist. Arme Menschen haben den Blick Gottes: Weil du da bist, liebe ich dich. Die sprechenden Bilder von Theresa haben mir das sehr deutlich vor Augen geführt.

Den Bericht im Pfarrblatt Ottensheim von Theresas Freiwilligen-Zeit in Indien inklusive Fotos finden sie hier:
Bericht im Pfarrblatt Ottensheim (pdf)

Adpfent


Manche werden sie schon kennen, diese amüsante Advent-Geschichte, hier für alle, die dieser ruhigen und besinnlichen Zeit – so sie das sein kann und ist – auch ihre lustige Seite abgewinnen wollen:

Adpfent

Der Adpfent ist die schönste Zeit im Winter. Die meistn Leute haben im Winter eine Grippe. Die ist mit Fieber. Wir haben auch eine, aber die ist mit Beleuchtung. Drei Wochen vorm Christkindl stellt der Papa die Krippe im Wohnzimmer auf und meine kleine Schwester und ich dürfen dabei helfen. Viele Krippen sind fad, unsere aber nicht, weil wir haben mords tolle Figuren drin. Ich habe einmal den Josef und das Christkindl aufn Ofen gestellt, damit sie es schön warm haben und es war ihnen zu heiß. Das Christkindl ist ganz schwarz wordn und den Josef hats zrissen. Ein Haxn von ihm ist bis in den Keksteig geflogen und es war kein schöner Anblick. Meine Mama hat ma a Fotzn gegeben und gesagt, dass net amal de Heiligen vor meiner Blödheit sicher san. Wenn Maria ohne Mann und ohne Kind herumsteht, schaut des net guat aus.
Aber ich habe Gottseidank viele andere Figuren und der Josef ist jetzt der Donald Duck. Als Christkindl wollte ich den Asterix nehmen, weil der als einziger so klanwunzig ist, dass er in den Futtertrog paßt. Da hat aber meine Mama gesagt, da Asterix is koa Christkindl, da is des schwarze Chrindkindl noch gscheiter. Es ist zwar verbrannt, aber immerhin a Christkindl.
Hinterm Chrstinkindl stehen 2 Oxn, ein Esel, ein Nilpferd und ein Brontosaurier. Das Nilpferd und den Saurier hab i hingestellt, weil dass de Oxn und der Esel net so allein san.
Links neben dem Stall kommen gerade die heiligen drei Könige daher.
Ein König ist dem Papa im letzten Adpfent beim Putzen abigefallen und
er war dodal hin. Jetzt haben wir nur mehr zwei heilige Könige und einen heiligen Batman als Ersatz. Normal haben die heiligen Könige eine Haufen Zeug fürs Christkindl dabei, nämlich Gold, Weihrauch und Püree. Von den unseren hat einer stattn Gold a Kaugummipapierl dabei, des glänzt
a so schön.
Der andere hat a Malboro in der Hand, weil wir keinen Weihrauch haben.
Aber die Malboro raucht auch schön, wenn man sie anzündet. Der heilige
Batman hat a Pistole dabei. Des is zwar kein Geschenk fürs Christkindl, aber er kann es vorm Saurier beschützen. Hinter den drei Heiligen sind ein paar rothäutige Indianer und ein kaasiger Engel.
Dem Engel fehlt ein Fuß, darum haben wir ihn auf ein Motorrad gesetzt, damit er sich leichter tut. Mit dem Motorrad kann er fahren, wenn er nicht gerade fliegt.
Rechts neben dem Stall haben wir ein Rotkäppchen hingestellt. Sie hat eine Pizza und drei Flaschen Gösser für die Oma dabei. Einen Wolf haben wir nicht, darum lurgt hinterm Baum eine Sau als Ersatzwolf hervor.
Mehr steht in unserer Krippe nicht. Aber das reicht voll. Am Abend schalten wir die Lampen ein  und dann erst ist unsere Krippe richtig schön. Wir sitzen so herum und singen  Lieder vom Adpfent. Manche gefallen mir, aber die meisten sind mir zu fad. Mein Opa hat mir ein Lied vom

Adpfent gelernt, das geht so: „Adpfent, Adpfent, da Obstler brennt.
Erst saufst oan, daun zwoa, drei oder vier, daun hauts’de mit da Birn‘ auf Tür!“
Obwohl dieses Gedicht recht schön ist, hat Mama gesagt, dass ich es mir
nicht merken darf (der Papa singts aber auch oiwei!).
Bis man schaut ist der Apfent vorbei und Weihnachten auch und so geht
das Jahr dahin. Aber eins ist gwiss: Der nächste Adpfent kommt bestimmt!

Lange Nacht der Kirchen in Linz – Justizanstalt u.a.


Am 5.6.2009 war es wieder mal so weit: Die Kirchen der Ökumene in Oberösterreich (Altkatholische Kirche, Baptistengemeinde Linz, Evangelische Kirche AB und HB, Evangelisch-methodistische Kirche, Koptisch-orthodoxe, Römisch-katholische, Rumänisch-orthodoxe und Serbisch-orthodoxe Kirche) veranstalteten zum 4. Mal – gemeinsam mit anderen Orten und Städten in ganz Österreich – in Linz die Lange Nacht der Kirchen.

Mein heuriges Hauptaugenmerk galt der Veranstaltung in der Kapelle der Justizanstalt Linz, Pocherstrasse 9.
Die Teilnahme war nicht ganz einfach, musste man doch zuerst um 18.00 Uhr beim Dom-Center (Neuer Dom) Platzkarten unter Abgabe von Name, Anschrift und Geburtsdatum erstehen, und sich dann ab 19.30 Uhr beim Eingang der Justizanstalt in der Pocherstrasse mit Karte und Lichtbildausweis identifizieren. In 10er Gruppen ging es dann zuerst durch eine Sicherheitsschleuse und dann hinauf in die Kapelle der Justizanstalt.

Dort sprachen

  • Josef Pühringer, Leiter der Justizanstalt Linz
  • Hans-Peter Kirchgatterer, Präsident des Landesgerichtes Linz
  • Walter Eichinger, Richter des Landesgerichtes Linz
  • Thomas Pitters, evangelischer Gefängnisseelsorger in Linz und
  • Markus Vormayr, katholischer Gefängnisseelsorger in Linz.

Josef Pühringer informierte die ca. 100 TeilnehmerInnen, darunter auch Medienvertreter, über den Strafvollzug in Österreich, Oberösterreich und Linz. Er stellte die Aufgaben von Haftanstalten dar und gab auch einen Einblick in die Statistik. Gemerkt habe ich mir, dass die prozentuelle Aufteilung der Insassen sich so beläuft: 3% Jugendliche, 5% Frauen, und 92% erwachsene Männer.
Eine Powerpoint-Slideshow zeigte Bilder von den Zellen, der Arbeit und der Freizeitgestaltung der Insassen.

Hans Peter Kirchgatterer sprach einige Worte über den Zusammenhang von Landesgericht und Justizanstalt und Walter Eichinger legte die Parameter dar, die bei einer Untersuchungshaft berücksichtigt werden müssen.

Im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen waren die BesucherInnen natürlich vor allem an der Arbeit der Gefängnisseelsorger interessiert.
Thomas Pitters und Markus Vormayr erzählten über ihre Tätigkeit in der Justizanstalt, über einzelne „Fälle“ (natürlich anonym) und über bewegende Momente, etwa den jährlichen Weihnachtsgottesdienst, der auch Hans-Peter Kirchgatterer oft ans Herz geht.
Herr Pitters betonte, dass niemand in seinen Gottesdiensten so gut verstehe, was es hieße, Gott sei ein „gnädiger Richter“, als die Häftlinge beim wöchentlichen Samstag-Gottesdienst (7.30 Uhr).
Die Häftlinge würden aus verschiedenen Motiven kommen: religiöse Anteilnahme, soziale Kontakte (wobei auch in der Kapelle das Komplizen-Verbot eingehalten wird), Mangel an anderen Programmangeboten am Samstag.

Im Anschluss bot sich für einige Minuiten die Gelegenheit, Fragen an die Vortragenden zu richten.

Den Abschluss bildeten ein von Pitters und Vormayr abwechselnd vorgetragener Psalm und ein Segen, der die BesucherInnen in die „lange Nacht“ entließ.

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