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Science Busters – eine Predigt, eine Einladung


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Heute Abend waren Katharina und ich bei den Science Busters im Posthof in Linz. Es war ein wunderbarer Abend, „Forschung auf Weltniveau“ eben. Viele Schmunzler, einige Lacher, ein sympathischer MC Martin Puntigam, und ebensolche Wissenschafter: Florian Freistetter und Helmut Jungwirth.
Oft schon habe ich die Sendung im ORF gesehen. So auch am 12. April 2016. Am darauf folgenden Sonntag, dem 17. April, habe ich in der Pfarre Waizenkirchen Inhalte dieser Sendung bzw. die Science Busters in der Predigt erwähnt (Predigt hier abrufbar).
Einen Tag später habe ich dann getwittert:
https://twitter.com/sprichmitmir/status/722542458194763776 „Ich habe ja am Sonntag über die #ScienceBusters gepredigt. Es gibt da durchaus Anknüpfungspunkte.“

Daraufhin hat Florian Freistetter von den Science Busters geantwortet:
https://twitter.com/sprichmitmir/status/722542458194763776 „Wirklich? Eine Predigt über die Science Busters? Klingt interessant – dürfen wir da nach Details fragen?“

Ich hab ihm dann den Link zur Predigt geschickt und daraufhin die Einladung erhalten, das Programm „Science Busters – Saisonfinale“ als Gast zu besuchen.

Seit 2009 twittere ich nun – doch so etwas ist mir bisher nicht passiert. Ich sehe daran, dass das Internet, dass Social Media die Welt doch kleiner werden lassen. Ausserdem freut es mich, dass ich in diese Sendung eingeladen wurde, die doch einen relativ klaren atheistischen Geist hat.
Und nicht zuletzt möchte ich auch hier (wie in meiner Predigt) betonen, dass es wichtig ist, dass die Theologie mit anderen Wissenschaften im Gespräch bleibt – egal auf welche Art. Und das ist hier ansatzweise gelungen.
Danke Florian Freistetter, danke an die Science Busters für diese Offenheit!

Blogstöckchen aufgenommen – Gespräch von Blog zu Blog


„Ein Blog sollte nicht nur der Information, sondern auch der Kommunikation dienen. Vernetzung lautet das Zauberwort. Eine Möglichkeit, mit anderen Blogschreiberinnen und -schreibern in Austausch zu kommen, ist es, sich in der Art von Kettenbriefen gegenseitig Fragen zu stellen und um Beantwortung zu bitten, „Blogstöckchen“ genannt.“ – so schreibt Andrea Rehn-Laryea im Blog der Katholischen Urlauberseelsorge in der Lüneburger Heide. Andrea durfte ich im Sommer in Wien persönlich kennenlerenen.

Die fünf Fragen, die sie (@KircheHeide) unter anderem mir (@sprichmitmir) via Twitter stellte, beantworte ich hier:

Kirche/Religion im Urlaub: Besuchst du Kirchen/Gotteshäuser, Gottesdienste oder kirchliche/religiöse Veranstaltungen und warum bzw. warum eher nicht, niemals?

Im Urlaub sehe ich mir sehr gerne Kirchen, Klöster, Ausgrabungen oder Museen an. Sie vermittteln einen Eindruck von Kirche, Religiosität, Kultur und Gesellschaft in anderen Ländern bzw. in der Vergangenheit. Religiöse Veranstaltungen und Gottesdienste besuche ich das Jahr hindurch genug, da nehme ich mir im Sommer eher eine Auszeit, auch um danach die eigene religiöse Praxis wieder mit einem gesunden Abstand sehen und beurteilen zu können.

Mit welcher biblischen Person würdest du dich gerne mal unterhalten und worüber?

Mit Jesus. Ich würde über alles Mögliche mit ihm reden wollen. Außerdem würde ich gerne mit einer der bekannten alttestamentlichen Figuren wie Abraham, Sara oder Mose reden wollen. Und dazu natürlich die entsprechende Zeit haben.

Eine Flut von Adventskalendern bricht demnächst über uns ein. Was für einen bevorzugst du: online, per Mail, mit Schoki & Co, gekauft oder selbstgemacht, gar keinen, …?

Seit ein paar Jahren haben meine Frau und ich den „Andere Zeiten e.V. Initiativen zum Kirchenjahr“ Adventkalender aus Hamburg in Verwendung. Eine gute Freundin hat ihn mir schon manchmal zum Geburtstag einen Monat vor Adventbeginn geschenkt. Meine Frau und ich lesen jeden Tag bei einer Mahlzeit vorher oder nachher den Tagesimpuls. Dabei brennt meist eine Kerze. Online hab ich auch schon bei einem Adventkalender mitgemacht.

Wie feierst du am liebsten Weihnachten: in der Familie, mit Freund_inn_en, alleine, auf einer Feier für und mit Einsamen und/oder Obdachlosen, im Kloster, ruhig oder Party, bei der Arbeit, …?

Seit vielen Jahren feiern meine Frau und ich den Heiligen Abend und den Weihnachtstag bis Mittag bei ihren Eltern. Die Reihenfolge ist: Bratwürstel essen, Kerzen am Christbaum entzünden, Schwiegervater liest Weihnachtsevangelium, Texte und Lieder werden gelesen und gesungen, Geschenke werden ausgepackt und Kekse verkostet. Um 23 Uhr geht’s dann zur Christmette. Am Weihnachtstag Messe, festliches Mittagessen. Seit 2012 arbeite ich als Pastoralassistent, dieses Jahr bin ich am 24. Dezember zwei Mal im Dienst, Kindermette und Christmette in meiner Dienstpfarre, das restliche „Programm“ bleibt gleich. Ab nächstem Jahr wollen meine Frau und ich gemeinsam mit unserer dann zwei Jahre alten Tochter zu dritt daheim feiern am Heiligen Abend. Wie das drumherum aussehen wird, wird sich zeigen.

Welches ist nach deiner Meinung die größte Herausforderung für die Kirchen in den nächsten Jahren?

(Europa) Ich sehe drei große Herausforderungen für die Kirchen in den nächsten Jahren. Die erste liegt m.M. nach im verstärkten Dialog mit den anderen Weltreligionen, im Ausbau der ökumenischen Beziehungen auf allen Ebenen. Die zweite große Herausforderung orte ich im Dialogfähig werden der Kirchen gegenüber einer zunehmend säkularen Gesellschaft. Dazu gehören basiskirchliche Vernetzung sowie glaubhafte Einzelpersonen, denen eine Teilung in „Kirche“ und „Welt“ fremd ist. Und die dritte Herausforderung liegt meiner Ansicht nach in der innerkirchlichen Rückbesinnung auf die jesuanischen und biblischen (besonders jüdischen) Wurzeln der Kirche. Die nächsten Jahre werden nicht reichen, es werden wohl Jahrzehnte.

So, und nun möchte ich das „Blogstöckchen“ mit meinen Fragen weitergeben. Direkt eingeladen habe ich
Melanie Wurzer (Twitter: @MelanieWurzer, Blog: melaniewurzer.blogspot.co.at)
Ferdinand Kaineder (Twitter: @fkaineder, Blog: kaineder.at)
Michael Haderer (Twitter: @Haderer, Blog: michael.haderers.at)
David Schellander (Twitter: @schellcom, Website: davidschellander.com)
Doris Neuhofer (Twitter: @nedo04, Blog: borsetta.wordpress.com)

Natürlich kann auch jede und jeder andere, die/der das gerne möchte, mitmachen und die Fragen beantworten bzw im Anschluss neue Fragen formulieren und weitergeben. Wenn ihr in einem Kommentar schreibt, wo etwas zu lesen ist, würde mich das freuen!

Meine Fragen:

Welches (kirchliche) Ereignis der letzten Jahrzehnte ist dir in guter Erinnerung und warum denkst du gerne/nicht gerne daran?

Wer waren bzw sind für dich die „glaubhaften Zeugen“ und welchen Einfluss haben / hatten sie auf den Verlauf deiner Biografie?

Welches Ritual ist dir im Laufe der Jahre lieb geworden?

Was bedeutet für dich der Umstand, dass das Internet für immer mehr Menschen zum „richtigen Leben“ dazugehört?

Und die letzte Frage übernehme ich von Andrea:
Welches ist nach deiner Meinung die größte Herausforderung für die Kirchen in den nächsten Jahren?

Ma(h)l was anderes – Mahlkultur

Social Media sind für die Kirchen gemacht


Ich habe kurz den Artikel „Social Media are made for Church“ (englischer Artikel) ins Deutsche übersetzt, weil ich denke, dass er etwas Wichtiges betont: Social Media bringen das, was Glaubensgemeinschaften schon immer gemacht haben, voran.

Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de


Hier meine (verkürzte) Übersetzung:

1. Technologie beschleunigt. Es gibt kaum Technologien in der Menschheitsgeschichte, die verlangsamt hätten.
2. Social Media sind besser geeignet, Gemeinschaft auszudrücken (express) als zu kreieren (create).
Sie bringen unsere Fähigkeit voran, uns mit bestehenden Communities zu verbinden, diese zu kommunizieren und (mit-)zu teilen.

Social Media bieten für Kirchen und religiöse Gemeinschaften viele Werkzeuge, um die Gemeinschaften, die in Orden, Pfarren Synagogen oder Moscheen bereits gepflegt werden, zu kommunizieren (express) und zu teilen (share). Menschen in Glaubensgemeinschaften machen auf einer normalen Basis all das schon, was soziale Netzwerke beschleunigen und verbreiten:
Menschen verbinden, sich kennen- und verstehen lernen, miteinander intergaieren und am eigenen Leben teilhaben lassen.

Manche denken vielleicht: Warum öffentlich? Ist Glaube nicht Privatsache? Ja und nein.
Im Unterschied zu manchem, das man wirklich nur mit wenigen Menschen teilt, gibt es auch Dinge, die sollte eine Kirchengemeinschaft mit so viel als möglich anderen Menschen teilen wollen, weil sie zur Teilnahme an dem einladen, was gut ist.

Social Media Werkzeuge und Netzwerke bieten Glaubensgemeinschaften die Möglichkeit, Einblicke in das engagierte Gemeinschaftsleben zu geben. Um andere einzuladen werden auch ohne Social Media Zeit und Ressourcen eingesetzt.

Können Social Media den natürlichen Prozess der Gemeinschaftspflege voranbringen?

Weltkirche, das bin auch ich. Was fehlt, ist der Mut.


Die Bekanntgabe der kirchlichen Statistik 2010 heute Vormittag und die vergleichsweise hohe Anzahl der Austritte aus der Katholischen Kirche sind gerade Anlass für viele Medien, über die Kirche nachzudenken.

Kardinal Christoph Schönborn war live aus Rom zu Gast in der ZIB2. Von Armin Wolf angesprochen auf die sogenannten „Reformthemen“ (Zölibat, wiederverheiratete Geschiedene) sagte er sinngemäß, dass diese nicht in Österreich zu lösen seien, sondern auf der Ebene der Weltkirche. Da muss schon die Frage gestellt werden, wer die Weltkirche denn sei. Der Papst? Die Kardinäle? Die Bischöfe? Oder alle KatholikInnen zusammen?

Wenn Schönborn die These vertritt, dass man kirchliche Reformen nicht in Österreich angehen kann, dann sagt er damit implizit, dass die Weltkirche der Papst ist. Denn schließlich ist er Kardinal und gehört damit der obersten Etage der kirchlichen Hierarchie an. In der Position eines Kardinals könnte Schönborn sehr wohl laut und deutlich mitreden, was kirchliche Reformen und Richtungsentscheidungen angeht. Es muss also gefolgert werden, dass entweder die Einsicht fehlt, dass Reformen notwendig sind, oder der Mut, diese zu vertreten und einzufordern. Angenommen, die Einsicht ist da, dann muss ich als Katholik sagen: Nehmen sie ihre Verantwortung wahr, Herr Kardinal! Es geht nicht um Austritte und Eintritte. Aber sich an den Reformthemen vorbeizureden durch den Bezug auf „die entscheidenden Fragen des Menschen“ ist feige. Frauen wollen nicht länger von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen sein. Priester wollen nicht mehr zum Zölibat gezwungen werden. Ehepaare, denen die gemeinsame Basis verlorengegangen ist, wollen nicht mehr als KatholikInnen zweiter Klasse behandelt werden. Und schon gar nicht wollen alle diese Menschen mit Verweis auf „den Willen Gottes“ oder „die Bibel“ oder „Jesus“ abgespeist werden. Denn der Gott, an den diese Menschen glauben, an den ich glaube, ist menschenfreundlich, er ist kein Mann, und er ist auf der Seite derer, die gering geschätzt, abgespeist und klein gehalten werden.

Weltkirche, das sind alle KatholikInnen, weltweit. Weltkirche, das bin auch ich.

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