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Fußball-Gott


 

Auch wenn Österreich bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht dabei ist, sehen doch viele Tausende Österreicherinnen und Österreicher (sind es doch mehr die Männer?) die Spiele im Fernsehen. Immer wieder ist zu beobachten, dass Spieler, die einlaufen, sich bekreuzigen oder nach einem Tor ihre Arme nach oben ausstrecken und freudige Blicke in den Himmel richten.

Fußball und Religion haben ohnehin vieles gemeinsam.

Da gibt es die Stadien, die fast wie Tempel oder Kirchen funktionieren, wo sich Tausende Menschen auf eine Sache konzentrieren und mit ihrem ganzen Herzen bei der Sache sind.
Wie an Wallfahrtsorten verschiedene Devotionalien gekauft und verwendet werden, so statten sich auch begeisterte Fußball-Fans aus mit Schals, Fahnen und Ähnlichem.
Und der eine Spieler, der die Tore der Lieblingsmannschaft schießt – ihm wird gehuldigt, als wäre er ein Heiliger oder gar der Fußball-Gott.

Religion und Fußball verbindet mehr, als man denkt.
Wussten sie übrigens, dass manche Mannschaften einen eigenen Fußball-Pfarrer haben? Der fährt dann mit zu Spielen, betet mit den Spielern, es wird gemeinsam Messe gefeiert – hier verschmelzen Religion und Fußball regelrecht.
Jetzt könnte man natürlich auch in die andere Richtung fragen: Wird Fußball für manche zum Religionsersatz? Wollen manche, die ihr Herz an König Fußball verschenkt haben, mit Religion oder Glaube gar nichts mehr zu tun haben?
Auch das wird es vermutlich geben.

Aber sehen wir es positiv: Wer sich für etwas begeistern kann – sei es nun Fußball und / oder Religion, der lebt leidenschaftlich – und das tut gut. Wer sich dann im Stadion auch noch fair verhält, anderen behilflich ist oder sich auch einmal über ein Tor der „anderen“ Mannschaft freuen kann, der lebt gar religiöse bzw. christliche Werte wie Hilfsbereitschaft oder „Feindesliebe“.

Auch wenn Österreich sich nicht qualifiziert hat für diese Fußball-Weltmeisterschaft, so werden doch mit Fortschritt des Turniers viele (Männer) vor den Fernseh-Bildschirmen sitzen und sich von der Kunst der Fußballspieler und der Gunst des Fußball-Gottes begeistern lassen.

Und für alle, die mit Fußball so gar nichts anfangen können, sei noch gesagt: Alles hat ein Ende. Das Finale steigt am 15. Juli um 17:00 Uhr. Am 18. Juli also ist der „Spuk“ vorbei. Dann ist es wieder ok, wenn man sich über andere Dinge als Tore freut.

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Status: wird installiert…


Ad God as friend on facebook – SpiriNight für Firmlinge



Clara Hirschmanner und ich hatten das Vergnügen, bei der diesjährigen SpiriNight 2012 einen Workshop für Firmlinge zu halten. Die SpiriNight ist eine Spirituelle Nacht für Firmlinge mit Workshopangeboten und Gottesdienstfeier im Dom.

Angestachelt und mit Unterstützung von Andrea Mayer-Edoloeyi, Social Media Managerin der Diözese Linz, begannen wir unsere Planungsarbeit. Zu Beginn legten wir so wenig als möglich fest. Nämlich den Titel und die Ausschreibung des Workshops. „Ad God as friend on facebook“ wurde unser Titel, der Rest lautete: „Neue FreundInnen auf Facebook – gefällt mir. Reden über Gott und die Welt – gefällt mir. Wir basteln gemeinsam was im Internet. Bring‘ unbedingt dein internetfähiges Handy oder deinen Laptop mit!“

Relativ schnell stand fest, dass es eine Facebook-Seite werden sollte, die wir gemeinsam mit den Firmlingen gestalten. Die Überlegungen von Clara waren unter anderem:
– Gott via Facebook erleben
– Gemeinschaft
– Anerkennung
– Bestätigung
– Teilen
– Fotos, Videos
– Individualität
– Anstupsen
– Leute schaffen von sich selbst ein Bild, wie sie sein möchten.
– Konkurrenz um die Likes bei neuen Pics.
– Besinnung auf meine Einzigartigkeit.
– Massenmedien führen zur internationalen Standardisierung: Bsp. Serien.
– Eigene Individualität und Kultur gefährdet.
– Spuren Gottes suchen mitten im Alltag.

Am Ende hatten wir uns entschlossen, die Seite „G*d“ bzw. „godasfriend“ zu nennen.
Die 15 Firmlinge, die kamen, arbeiteten in fünf Dreiergruppen zu diesen Bereichen der Seite:
Titelbild, Profilbild
Info
Albumfotos
Welche FB Seiten passen dazu (Gefällt mir-Angaben der Seite)
Chronik/Posts/Meilensteine

Wir hatten einen tollen Raum im Bischofshof zur Verfügung, ausgestattet mit WLAN, Beamer, genug Platz auf Tischen zum workshopen. Zu Beginn der Gruppenphase befreundeten wir uns mit den Firmlingen auf facebook, machten sie zu AdministratorInnen der Seite und legten dann los.
Obwohl manche von ihnen nur Handys zum Arbeiten hatten (Missverständnis in der Organisation – die Firmlinge sollten einen Laptop mithaben), entstand ein ganz guter Anfang für eine Seite von „Gott“, von denen es übrigens mehrere gibt.
Ein sehr schönes Titel- bzw. Profilbild wurde gefunden, Bilder mit Bibelversen, ein Fotoalbum „Natur“ und Fotos der Firmlinge beim Workshop wurden auf der Seite gepostet. Die Info wurde knapp befüllt mit „Aufgabe: Menschen helfen. Beschreibung: Gott bewahrt uns vor so manchen Fehltritten. Produkte: Frieden.“ Bei den „Gefällt mir“ Angaben der Seite fanden sich am Ende „Jahwe“, „Real Madrid CF“, „Gott“, „chillen“ sowie „Judentum“. In einem Post am Ende des Workshops wurde noch darüber abgestimmt, wo bei der Heimfahrt eingekehrt werden sollte.

Wir baten die Firmlinge im Alter von 13 bzw. 14 Jahren natürlich auch um ein ehrliches Feedback. Dazu wählten wir die „Daumen hoch“ Methode. Wer den Workshop wieder machen würde und wem dieser gefallen hatte, der sollte den Daumen hoch zeigen, wer es nicht wusste, die Mittelposition wählen und wem es nicht gefallen hatte, der sollte den Daumen nach unten zeigen. Wir fragten, wie es gewesen wäre, hätten alle einen Laptop zum Arbeiten gehabt (denn das war schon ein starkes Handicap). Sehr erfreulich, dass fast alle Daumen oben waren.
Die Rückmeldungen waren ungefähr „Cool, dass man sich auch auf diese Art mit Gott und dem Glauben beschäftigt“.

Der Abschluss der SpiriNight war ein Gottesdienst im Neuen Linzer Dom.

Würde ich den Workshop wieder machen? Auf jeden Fall. Nur die Organisation bzw. die Zusammenarbeit mit der Pfarre müsste besser klappen.

Jetzt bleibt die Frage: Wo ist diese Facebook-Seite zu sehen?
Ein Firmling (Seiten-Admin) hat die Veröffentlichung der Seite zurückgezogen. Das nehmen wir natürlich ernst. Da wir vergessen hatten, sie zu fragen, wie es mit der Seite weitergehen soll, halten wir uns nun an diesen Schritt des Jugendlichen. Aber es wäre durchaus denkbar, die Seite weiterzubetreiben, sie ein wenig umzugestalten und ihr noch mehr Leben einzuhauchen. Denn bestimmt würde es dem oder der einen oder anderen gefallen, mit Gott auch auf facebook befreundet zu sein. Oder?

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